Herkunft des Straßennamen: Barkhof

  • Wir haben in unserem Archiv folgen Hinweis über den Namen Barkhof, der in einer Festschrift zum 25 jährigen Bestehen 1974 erschienen ist.

Der Autor dieses Textes ist: Georg Kramann

„Am Barkhof

heißt die Flurbezeichnung, nach der Straße und Siedlung ihren Namen bekommen haben. Sie wird in der Steuerrolle der Gemeinde Nordwalde am 11. November 1807 mit einer Größe von 18 Morgen angegeben.

Im niederdeutschen Namensbuch von Hans Bahlow, Wiesbaden 1972, wird Bark, Barck angegeben z. Teil als Fehlschreibung für Barg = Berg. Oft aber ist die Birke, mittelniederdeutsch = berke gemeint, deutlich in Barkholt = Birkenholz. Ein häufiger Ortsname ist Barkhausen. Er ist schon im 11. Jahrhundert als Berc-husor nachweisbar (zu berce = Birke). Auch in den Personennamen Berkemeyer und Barkemeyer gehört berke und barke im allgemeinen zu Birke.

Im niederdeutschen Namensbuch wird auch das Wort Barkhop nachgewiesen als Birkenhügel. Wenn man bedenkt, dass die Barkhofssiedlung um 50 m Höhe liegt und leicht nach NO abfällt, wenn man ferner die Flurbezeichnung „am Barkhof“ berücksichtigt, könnte man sagen: Es handelt sich um eine Acker- oder Wiesenparzelle, die an einem Birkenhügel liegt.

Nun weist Dr. Ing. Fritz Böse in einem Aufsatz „Der Bispinghof zu Nordwalde, Altsächsische Hoffeste um das Jahr 1200“ (Beilage zum Münsterischen Anzeiger 4. Blatt Nr. 357 vom 05.04.1931) auf folgendes hin: Der in Niedersachsen allgemein verbreitete, unter den schattigen Kronen uralter Eichenhaine gelegene Einzelhof oder Haupthof einer Bauernschaft, weitab von wirksamer Hilfe, wäre ohne Befestigungsanlagen Brandstiftungen und Räubereien preisgegeben gewesen. Es waren daher schon nach dem Sachsenspiegel befestigende Schutzwehren von Gräben und spitzen Pfählen im Gebrauch, Strafen waren auf Diebstähle in- und außerhalb der Hofgräben oder Gräften festgesetzt. Sogar die kleinen sächsischen Bauernhöfe hatten schon im 9. Jahrhundert nach Christi ihre Umzäunungen, doch war die Befestigung der Haupthöfe wie beim Bispinghof allgemein üblich. Die Befestigung durch Wall, Hecke, Zaun und Graben gaben nun den Höfen vielfach ihres Aussehens wegen den Namen einer Burg. Schon Orosius berichtet, dass die Germanen aus Holz begrenzten Wohnplätze „Burgos“ (Burgen) genannt hätten, und Vegatius behauptet, mit diesem Namen werde ein kleines Castell bezeichnet. In der Urzeit lag der Benennung „Burg“ der gleiche Begriff zugrunde, wie ihn die Landbevölkerung der heuten Zeit hat. Der Begriff war sogar so umfassend und allgemein, dass jeder künstlich eingehegte Raum als Burg gegen die Gefahren der rohen Gewalt ohne Rücksicht auf Größe und Lage benannt wurde. Diese Benennung ist als urgermanisch anzusehen. Innerhalb dieser Befestigungsanlage lagen der Speicher, das Back- und Brauhaus, das Torhaus, der Wagenschuppen, die Stallungen und eine Mühle, die das eigentliche Bauernhaus umgaben und mit ihm einen Haufenhof bildeten.

Sächsische Hoffesten hat es einst viele gegeben; noch jetzt weisen alte Flurkarten, zum Teil sogar die heutigen Zustände auf alten Bauernhöfen. Reste alter Befestigungsanlagen, bestehend in Wassergräben und Wallungen, auf. Oft weist der Name „Burghof“ auf das ehemalige Steinwerk hin, zuweilen steht dieses wie beim Bispinghof noch selbst, verwittert und in seinen Grundmauern uralt, als Zeuge räuberischer Zeiten da.

Wenn man diese Gedanken berücksichtigt, könnte man dann nicht sagen, dass es sich bei der Bezeichnung „am Barkhof“ um eine Acker- oder Wiesenflur handelt, die unmittelbar am Burghof liegt, wie es beim Barkhof in seiner Lage zum Bispinghof zutrifft?

Noch heute zieht am Fronleichnamstag die Prozession über den Barkhof. In einem alten Hofbuch des Bispinghofes, das der Schulte Bisping „Anno 1694“ begonnen hat, schreibt er: „Anno 1695 den sontag Vor Unser procehsion dass anderer Jahr Von den schmeddekamp Vollig bezahlt mit sechß Und zwantzig Rthlr.“

In einer Urkunde heißt es: „Es hatt der H. Pastor zu Nortwalde dem schulten Bisping daselbst zu befragen, ob selbiger gewöhnlicher maßen den schlagbaum an seien grunde bey erscheinung der en Proceehsione jedesmahl öffnen wolle oder nicht, ansonsten hatt der H. Pastor für jetz und Künftig die Procehsion auf dem Kirchhoff abhzuhalten.

Sig. Munster d. 3t Juny 1752
F.W.v.Böselager Archid.

(aus Festschrift der Siedlergemeinschaft Barkhof + 1949 – 1974 +“

  • In dem aktuellen DUDEN Familiennamen Herkunft und Bedeutung von 20.000 Nachnamen (ISBN 3-411-70852-2) steht folgendes:

Barck: 1. Niederdeutscher Wohnstättenname (>wohnhaft unter Birken< bzw. >wohnhaft am Berg<) oder Herkunftsname Bark(e) Barg(en)

2. Aus einer niederdeutschten Koseform mit -k Suffix des Rufnamens Bardo entstandenener Familienname.

Barg(en) 1. Niederdeutscher Wohnstättennamen (>wohnhaft am Ber<; mündlich berch > Berg <), die den niederdeutschen Übergang von e zu a aufweisen; vgl. auch >>> Berg.

2. Wohnstättennamen zu mündlich barch, barg >Scheune ohne Wände, Schutzdach auf Pfosten<.

3. Herkunftsname zu den Ortsnamen Barg (Schleswig Holstein), Barge (Niedersachsen, Nordrhein Westfalen, Schlesien), Bargen (Schleswig Holstein, Baden- Würtemberg, Schlesien, Schweiz).

Bark(e) 1.Wohnstättennamen zu >Barke< einer niederdeutschen Form für >Birke<. Ein Flurname im Bark (>im Birkengehölz<) ist z. B. in Niedersachsen mehrmals bezeugt.

2. Herkunftsnamen zu den Ortsnamen Barg (Schleswig Holstein); Bark (Schleswig Holstein, Nordrhein Westfalen), Barke (Niedersachsen).

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